Im ersten Teil des gleichnamigen Blogeintrags vom letzten Mal erzähle ich dir, wie der Grundstein für "Trash Art Story " gelegt wurde.

Ich gewann diesen Wettbewerb, und ungefähr zu dieser Zeit begann auch mein Airbrush‑Studium. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, wie alles verlief, aber mindestens in den nächsten zwei Jahren dachte kein Mensch an irgendwelche Fortsetzungen oder an eine Geschichte zum Bild "Blick in die Zukunft".

Am IBKK in Bochum lernte man erst einmal strategisch zu arbeiten. Es gab einen festen Plan und eine klare Reihenfolge, was geübt und gelernt wurde: Blumen, Tiere mit Fell, Tiere ohne Fell, Objekte – glänzend und nicht glänzend, Arbeiten mit Maskierungen, Arbeiten freihand ... Der Schwerpunkt lag zunächst auf der Technik. Man musste sein Handwerk beherrschen, bevor man sich an Fantasiemotive wagte. Logisch.



Und dann geschah es: Das zweite Bild meiner Hühner‑Serie entstand. Weil dieses Bild eine Verbindung zum ersten haben sollte, entwickelte sich die Idee zu einer Geschichte und einem Text. Die Idee war jedoch nur ein Funke und keineswegs vollständig.

Mitstudierende ermunterten mich immer wieder, weiter daran zu arbeiten, obwohl tief in mir ein Kampf stattfand. Zweifel und Begeisterung wechselten sich ständig ab. Eigentlich wollte ich keine bekloppten und witzigen Bilder malen, schon gar keine Hühner. Ich wollte schöne Bilder malen oder die typischen Airbrush‑Motive wie Engel, Feen, Totenköpfe, Drachen, Zombies, Horrorfiguren … aber mein Problem war, dass ich keinen wirklichen Bezug zu diesen Themen hatte.

In meinem Elternhaus gab es so etwas nicht. Alles, was als realitätsfern galt, wurde als blödsinnig oder als Schund bezeichnet. Comic‑Hefte waren verboten – sogar Tom und Jerry, Mickey Mouse oder Donald Duck, als ich klein war. Die waren nicht kulturell genug. Es herrschte früher eine ziemliche Zensur in meinem Elternhaus.

Ein paar Bilder wurden gemalt und erste Texte dazu geschrieben, aber ich schweifte immer wieder davon ab.

Es hat sehr lange gedauert, bis ich erkannt und akzeptiert habe, wer ich bin. Doch es gab noch eine weitere Hürde: Meine Deutschkenntnisse machten mir das Ganze nicht leichter. Ich brauchte unbedingt Hilfe für meine Texte, und die bekam ich zunächst von meiner Schwägerin. Und damit kamen schon die nächsten Stolperfallen.

Wie schon erwähnt, hat es sehr lange gedauert, dieses Buch ins Leben zu rufen und zu mir selbst zu finden – fast ganze 17 Jahre. Deswegen verzeiht mir bitte, dass ich heute hier einen Punkt setze.

Wie es weitergeht, erzähle ich euch im nächsten Teil.